Haus der Stille und Begegnung
Bildungs- und Exerzitienhaus

                          ALOYSIA LÖWENFELS ADJC




Warum steht hinter dem Namen von Aloysia Löwenfels das Buchstabenkürzel "ADJC"? Sie gehörte zur Kongregation der "Armen Dienstmägde Jesu Christi"!

"Der Welt gefällt unser Name nicht", sagte deren Gründerin Katharina Kasper (1820 - 1898) schon zu ihren Lebzeiten zu den Schwestern, "und das ist gut, dann lässt sie uns auch in Ruhe." Dass die Welt sie in Ruhe ließ, sollte nicht zutreffen, wohl aber, dass der Name der Gemeinschaft nicht gefällt beziehungsweise nicht verstanden wird und Kopfschütteln hervorruft – und das bis heute.



Das Verständnis der Gemeinschaft von Armut

Mit dem Begriff "Armut" im Namen der Kongregation ist nicht in erster Linie die materielle Armut gemeint. Im 19. Jahrhundert waren die Menschen im Westerwald so arm, dass sich der Hinweis auf die Bereitschaft zur Materiellen Armut völlig erübigt hätte, Zudem ist das Gelübde der Armut eines der drei klassischen Ordensgelübde.

Die Armut, die Katharina Kasper meint, ist eine ganz andere. Ihr ist bewusst, dass alles, was sie hat, kann und ist Geschenk Gottes ist, eine von Gott verliehene Gabe. Katharina empfindet ihr Sein als verdankt. Die Abhängigkeit von Gott, die das bedeutet, wird in dem Adjektiv "arm" zum Ausdruck gebracht. Für die Schwestern wird das zur ständige Erinnerung an Wesentliches: wenn ich das Angewiesensein im Namen trage, werde ich je immer wieder neu daran erinnert, diese Bedürftigkeit, diese Abhängigkeit auch zu leben.


Das zweite Element des Namens der Gemeinschaft

Magd-sein ist ein Beziehungsverhältnis. Eine Dienstmagd ist kein Dienstmädchen. Katharina sagt ganz klar, für wen sie Dienstmagd ist: Für Jesus Christus. Das heißt, dass sie Jesus Christus dienen will. Ihm zu dienen bedeutet, das tun, was er von mir will – in diesem Augenblick. Darunter fällt alles, angefangen bei einem guten Wort, das meinen Mitmenschen zu schenken ich mich angeregt fühle. Unsere Gründerin sieht ihre Berufung in der "Ausbreitung der Tugend durch Beispiel, Belehrung und Gebet." Ihre lebendige Beziehung zu Gott bewegt sie dazu, missionarisch tätig zu sein und durch die Weitergabe ihres Glaubens, Hoffnung in das Leben anderer zu bringen.

Natürlich erinnert die Dienstmagd auch an Maria, die Gottesmutter. Als der Engel sie fragt, ob sie bereit sei, Mutter des Kindes Jesus zu werden, antwortet sie – ganz dem Willen Gottes hingegeben: "Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe nach deinem Wort." (LK 1,38) Maria ist für Katharina Vorbild und damit für die gesamte Kongregation. Daran erinnert Katharina in ihren Briefen immer wieder.


Katharinas Gottesbild

Katharinas Leitbild ist Jesus, der Gottesknecht. Als Knecht Gottes sagt Jesus: "Meine Speise ist es, den Willen Gottes zu tun." (Joh 4,34) Für Jesus heißt das konkret, dass er als der Dienende gekommen ist. Und dieser Gottesknecht, der fußwaschende Jesus, ist das Gottesbild, das die Gemeinschaft Katharina Kaspers prägt. Jesus sagt ja: "Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe." (Joh 13,15)

"In allem und überall geschehe der heilige Wille Gottes", so schreibt Katharina in vielen Briefen. Der Wille Gottes ist ihr Alles; und sie wird nicht müde, immer wieder aufzufordern und zu ermutigen: "Wir wollen beten für- und miteinander, dass Gottes heiliger Wille geschehen möge in allem und überall." (Brief 21) Katharina erkennt das Dienen als die Erfüllung des Willens Gottes für ihr Leben.  


Näheres zur Geschichte von Katharina Kasper finden Sie unter  www.dernbacher.de.



Wichtige Daten aus dem Leben von Aloysia Löwenfels ADJC

Am 5. Juli 1915 wurde Luise Löwenfels in Trabelsdorf, Bayern, geboren. Der Alltag der Familie ist vom jüdischen Glauben mit seinen Traditionen geprägt.

In Ingolstadt besucht Luise die Höhere Mädchenschule des katholischen Klosters Gnadenthal. 1933 beginnt sie ihre Ausbildung im Kindergärtnerinnen-Seminar des Klosters "Maria Stern" in Nördlingen. An den Wochenenden nimmt sie am Konvertitenunterricht teil.

Sie arbeitet als Erzieherin in Recklinghausen und Frankfurt. Hier lernt sie die "Dernbacher Schwestern" kennen und konvertiert schließlich 1935.

1936 beginnt ihre Flucht vor den Nationalsozialisten nach Holland, die 1937 mit dem Eintritt in die Gemeinschaft der "Armen Dienstmägde Jesu Christi" endet. 1942, am 2. August, wird sie aus dem Kloster abgeholt, verhaftet und am 9. August desselben Jahres in Auschwitz vergast.